Denn Tiere sind keine Maschinen

Lilljas großer Tag

von Admin, am 16.01.2018.


Die eigentlich recht scheue Lillja ist heute das erste Mal über ihren Schatten gesprungen. Wahrscheinlich haben wir Anna einfach zu professionell gekrault, da kann wohl kein Beobachter lange widerstehen, und so hat auch Lillja ihre Streicheleinheiten eingefordert.

Um zu verstehen, wie besonders dieses Verhalten ist, muss man sich Lilljas bisherigen Lebensweg in Erinnerung rufen: Weil sie viel zu früh zwangsbesamt wurde, passte ihr erstes Kind nicht durch ihr Becken. So musste sie, selber noch ein Kind zu dieser Zeit, einen Kaiserschnitt über sich ergehen lassen, den ihr Kalb nicht überlebte. Danach blutete sie stark aus Anus und Scheide, und als wäre das und der Verlust ihres ersten Babys an Tortur noch nicht genug gewesen, wurde sie danach auch nicht richtig (oder vielleicht sogar gar nicht) ärztlich versorgt. So mussten wir im letzten November bei einer Untersuchung feststellen, dass ihre Gebärmutter mittlerweile mit ihrem Darm verwachsen ist, was zu regelmäßigen eitrigen Ausfluss aus ihrer Scheide führt.

Zusammengefasst ist es also ein kleines Wunder, dass Lillja nach gut einem Jahr Butenland (im Februar macht sie es zum ersten Mal voll) wieder langsam Vertrauen zu Menschen fasst und den Körperkontakt zu ihnen sucht. Hoffen wir, dass dieser Trend weiter so positiv verläuft und wir auch zukünftig als Kraulbeauftragte parat stehen dürfen. Nichts würde uns mehr freuen.


Kategorie: Allgemein

17 Antworten zu “Lilljas großer Tag”

  1. Christine sagt:

    Das baut auf, wie wohlig zart muhend Lillja die behutsamen Streicheleinheiten genießt.
    Butenland schenkt ihr wieder Vertrauen – es gibt auch liebe, den Tiere wohlgesonnene Menschen, Lillja.
    Anna ist derweil schon weggenickt – das Kraulen tat halt einfach so was von gut!

  2. Rielle sagt:

    Was für ein besonders berührender Moment. Es ist wunderschön zu sehen, wie sehr sie das Streicheln gleich genießen kann.

  3. Ute sagt:

    Fast kann man es verpassen – ganz zu Anfang tut Lillja Emily beinahe lecken…
    Ich glaube, Ihr solltet einen „Chor der Schnurrenden Kuehe“ gruenden, vielleicht mit Rudi als gelentlicher Gastsoloist!

  4. Ute sagt:

    Wie konnte ich nur!?! Sorry, Pavarotti – starring roles natuerlich auch fuer dich! Und gelegentliches Hintergrundschnattern von Gaensen und Enten…. Was fuer ein musikalischer Hof!

  5. Monika Goldbach sagt:

    was für ein toller Erfolg – Lillja schnurrt ja noch lauter als Fiete!

  6. Karin sagt:

    Was für wunderschöne Bilder…sehr berührend. Wie gut, dass es Euch gibt!

  7. Heike sagt:

    Wow, das ist herzerwärmend!

    Gerade wo ich Nachbarn anzeigen muss weil sie zwei Pferde in einer Garage halte, mit ein bißchen Stroh ganz hinten an der Wand weil es ja sonst den Hof verschmutzen würde. Und glaubt ja nicht das es irgendwann mal Auslauf für die beiden gibt, es gibt nicht mal eine Wiese o.ä.
    Das Amt weiß schon von dem Fall durch andere Nachbarn, aber es passiert halt nix. Typisch.
    Falls jemand eine Idee hat was man da machen kann, bitte her damit!
    Dazu muss ich noch sagen, ich will auf jeden Fall anonym bleiben (bei den Angezeigten) weil ich alleine wohne und aus guten Gründen Rache fürchte.
    Die Welt ist ein schlechter Ort. Naja, mit ein paar kleinen Inseln…

  8. Ute sagt:

    Heike – scheussliche Situation…. Ich weiss nicht, was Du mit dem Ausdruck „Amt“ meinst, nehme an das Gemeindeamt? Hast Du den oertlichen Tierschutzverein, das Veterinaeramt oder die Polizei benachrichtigt? Wenn Du bei der Polizei um „vertrauliche Bearbeitung“ bittest, sollte die Deinen Namen anonym halten. Waere es moeglich, die oertliche Zeitung ueber die Situation zu informieren? Manchmal – selten – laufen die mit so einer Geschichte, wenn sie gerade „nichts Wichtigeres“ zu tun haben…
    Ich kann Deine Situation nur zu gut nachempfinden, nur mit „meinen“ jetzt acht Pferden kann ich wenigstens taeglich mit Futter hingehen, das ist Dir natuerlich nicht moeglich. 🙁 Hoffe, dass Du irgendwie Hilfe findest fuer die armen Tiere!

  9. Heike sagt:

    Hallo Ute,
    vielen Dank erstmal für Deine Antwort. Die Polizei weiß Bescheid durch andere Nachbarn. Danach kamen die Pferde aus einem Holzverschlag in die Garage. Meiner Meinung nach eine Verbesserung, aber natürlich auch unhaltbar. Die Garage ist immer offen und durch ein Metallgitter zugehalten. Ich werde beim Ordnungsamt mein/der Pferde Glück versuchen. Presse ist auch nicht verkehrt, denke mal drüber nach wie ich das am besten anstelle. Wie gesagt, an mich dürfen die gar nicht denken. Die haben osteuropäische Kontakte, da will ich nichts mit zu tun haben. Alles nicht so einfach…Hingehen geht nicht. Schätze aber dass sie mehr oder weniger genug Futter bekommen. Aber der Steinboden hat mich heute echt wütend gemacht! Das sieht man gut im Vorbeifahren. Aber Anhalten würde halt auffallen.

  10. ines sagt:

    Wie schön für Lillja, dass sie langsam wieder Vertrauen findet!
    Heike, was die Ämter betrifft, mache ich dir nicht allzu viel Hoffnung, obwohl du es natürlich versuchen musst. Wir haben allerdings damit schlechte Erfahrungen gemacht. Sogar ein Amtstierarzt deckt miserable Zustände. Ich würde mich auf jeden Fall an die Medien wenden. Ich drücke dir und „deinen“ Pferden die Daumen, dass man auf deinen Hilferuf reagiert.

  11. Heike sagt:

    Danke, Ines, ich weiß, die reagieren kaum, wahrscheinlich weil sie selbst abhängig sind oder Represialien erwarten oder einfach zu faul sind.
    Vielleicht habe ich mit „meinen“ Amtspersonen ja mehr Glück.

  12. Ursula sagt:

    Heike, versuchs mal mit dem Veterinäramt.
    Die sind zuständig für die artgerechte
    Unterbringung und Versorgung. Die werden
    die Anzeige auch anonym behandeln, allerdings
    mußt Du denen richtig Dampf machen. Zusätz-
    lich kannst Du die kostenlosen Werbeblätter,
    die es überall gibt, aufmerksam machen. Die
    schreiben gern über solche Themen, wollen
    aber immer eine Story daraus machen mit Namen.

  13. Ute sagt:

    Heike – noch einmal eine wahrscheinlich auch nicht nuetzliche Idee. Wie Du andeutest, beanstanden andere Nachbarn die Situation auch. Wenn genug solcher Leute vorhanden sind, waere es moeglich, dass Ihr Euch alle zusammentut und einen freundlichen, gemeinschaftlichen Brief verfasst, vielleicht sogar anbietet, Euch um eine alternative Unterbringung der Pferde auf einem Lebenshof zu kuemmern? Oder diese Moeglichkeit schon vorher auskundschaften und Fakten bereit halten? (Und NEIN, das ist wirklich kein schlecht versteckter Appell an Butenland!) Vielleicht ein bisschen Lob mit einflechten ueber die schon verbesserten Bedingungen fuer die Tiere, was doch „die Fuersorge“ der Besitzer „beweist“. Eher Honigsprache halt als Kritik.
    Wenn Ihr diesen Brief nicht individuell unterschreiben koennt – ich verstehe die Angst vor Vergeltung – vielleicht ein kollektives „besorgte Nachbarn“ oder so benutzen, so als „Tarnung in der Masse“ fuer jede einzelne Person? Wie gesagt, wahrscheinlich auch nicht hilfreich, dieser Vorschlag…

  14. Petra Frank sagt:

    Mich erinnert Lillja an die schwarze Katze, welche ich bei einem Urlaub auf dem Bauernhof kennenlernte. Ich war dort mit meinem Bruder, dessen Familie und meiner Mutti. Jeder von uns hatte seine Katze – die Katzen hatten gewählt! – gehabt, welche er streicheln durfte/ konnte. Ich streichelte also meine Katzen jeden Tag und abseits saß die schwarze Katze und beobachtete das. Am letzten Tag kam sie zu mir und ließ sich streicheln. Ich war ganz berührt von diesem Vertrauen dieser Katze.

  15. Heike sagt:

    Hallo Ihr Lieben!
    Vielen Dank für Eure Vorschläge! Aber es gibt Neuigkeiten!
    Da ich heute wieder frei hatte wollte ich beim Spazierengehen Fotos machen bevor ich irgendwen anrufe. Da standen dann zwei Mädchen in Reiterklamotten vorm Stall die ich nicht kenne, so konnte ich keine Fotos machen. Dann kam unser Dorftierarzt angefahren und hielt auf dem Hof. Da ich nicht einfach zurückgehen und blöd gucken konnte bekam ich zwar nicht mit worum es ging, aber wohl eindeutig um die Pferde. Der Doc ist hier allseits bekannt und geschätzt, ich selbst gehe da auch mit meiner Katze hin. Also wird der schon mal ne Ansage machen. Und tatsächlich, als ich wieder zurückkam standen da zwei zufrieden aussehende Pferde in einem Haufen Stroh und mampften Heu und Futter aus dem Trog. Es sich scheint sich dann doch was getan zu haben durch den „Tierschutz“polizisten. Wie Ihr schon sagt, die Mühlen mahlen langsam… Jetzt geht’s mir schon etwas besser, werde das natürlich im Auge behalten und den Tierarzt beim nächsten Besuch mal drauf ansprechen. Ja, ich weiß, er darf nix sagen, aber er soll schon wissen dass sich andere Gedanken machen.

    @Ute und Ursula
    Die anderen Nachbarn machen schon seit Jahren das ein oder andere das hilft.
    Diese dummen Tierhalter sind keine Tierquäler aus Wut oder Machtgefühl sondern sie glauben wirklich dass es den Tieren bei Ihnen gutgeht und da sie auf dem Land leben wie im Osten Europas halten sie auch Tiere wie im Osten Europas. Sie kümmern sich ja auch, nur etwas weniger artgerecht. Deshalb ist es auch so schwer irgendwelche Ämter zu überzeugen. Die tun ja erst was wenn ein Pferd nur noch drei Beine hat oder so…

    @Petra
    Ja, es ist immer etwas ganz Besonderes wenn Tiere von sich aus auf einen zukommen (und es gerade nicht um Futter geht) 🙂

  16. Ute sagt:

    Heike, das sieht schon mal hoffnungsvoll aus! Ob das der Anfang eines besseren Lebens fuer die Pferde ist?

  17. Heike sagt:

    Vielleicht?
    Ich bleib dran!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.