Denn Tiere sind keine Maschinen

Weihnachten gans vegan

von Admin, am 23.12.2017.


Hinter dem 23. Adventskalendertörchen haben sich unsere Gänse versteckt.

In Deutschland ist die Weidehaltung bei diesen Tieren üblich. Der Haken an der Sache ist aber, dass nur um die 10 % des hierzulande konsumierten Gänsefleischs von deutschen Haltern bezogen wird, der Rest wird aus dem Ausland importiert. Die Top-Produzenten in Europa sind da Polen, Frankreich und vor allem als Spitzenreiter Ungarn, ein Land, das verstärkt Stopfleberprodukte um die Welt schickt.

In diesen Betrieben setzt auch niemand auf Weidehaltung, im Gegenteil sind dort geschlossene Stääle mit bis zu tausend Tieren an der Tagesordnung. Zusätzlich wird oft auf Käfighaltung zurückgegriffen, dabei variiert es, ob die Opfer in Einzelkäfigen vor sich hin vegetieren oder in Gruppenkäfigen aneinander gepresst werden. Fast schon selbstverständlich in dieser Haltung ist der Drahtgitterboden, Verletzungen an den Beinen, Gefiederstörungen und Atemwegserkrankungen sind die Norm.

Aber selbst die deutsche Weidehaltung ist nur Augenwischerei, denn natürlich verlieren diese Tiere auch dort unnötig ihr Leben. Das Ganze hat sogar einen Namen: Die Weidemast. Hier dürfen die Gänse bis zu 8 Monate alt werden, das Ziel ist ein Schlachtgewicht von circa 7 kg. Dafür müssen die Tiere in den letzten Wochen ihres sowieso enorm verkürzten Lebens fast 150 kg Grünfutter, zusätzlich ergänzt durch kiloweise Kraftfutter, zu sich nehmen. Diese Mast erzeugt vor allem die Weihnachtsgänse, dieses Leid tummelt sich also verstärkt ab übermorgen auf den deutschen Tellern.

Wie man aufgrund dieser Behandlung beruhigt aufatmen kann, ist uns schleierhaft, unterscheidet sich diese Mastform doch nur minimal von den zwei anderen gängigen Methoden. Das wäre zum einen die Schnellmast, in der Gänseküken innerhalb von 10 Wochen auf ihr abscheuliches Endgewicht gemästet werden. Die Schlachtung dieser Tiere dient vor allem der Federgewinnung.

Zum anderen gibt es dann noch die Intensivmast, die 16 Wochen andauert. Die Weidegänse durchleben sogar in den letzten vier Wochen ihres Lebens exakt diese Art von Folter, der Unterschied liegt also nur in den Bedingungen in den ersten (und letzten) 7 Monaten ihres Lebens und ist entsprechend schal.

Und all die Quälerei nur für einen Gaumenkitzel, eine Geschmacksrichtung, oft sogar nur eine Gewohnheit. Das Ganze verstärkt vollzogen zu einem Event, das überall das Fest der Liebe genannt wird. Wer soll menschlicher Liebe tatsächlich noch vertrauen, wenn für sie intelligente und schmerzempfindliche Lebewesen gefoltert, getötet und sogar verspeist werden? Reisst euch zusammen, liebe Mitmenschen, sendet ein tatsächlich liebevolles Signal des Respekts zu Weihnachten, macht euch auf euren veganen Weg und schaut danach endlich wieder euren Mitgeschöpfen ohne schlechtes Gewissen in die Augen. Der Schwierigkeitsgrad dieses humanen Akts bewegt sich auf Fersenhöhe und macht doch so vieles endlich wieder gut.


Kategorie: Allgemein

4 Antworten zu “Weihnachten gans vegan”

  1. Ellen sagt:

    Die Butenland-Gänse sehen natürlich glücklich und zufrieden aus – aber das Wort „Quälerei“ trifft die obige Beschreibung genauestens. Aber wie gesagt, Polen, Ungarn und andere Länder sind weit entfernt und die Ställe sowieso …….. warum sich bei dem Fest von Frieden und Freude Gedanken um andere Lebewesen machen – ein großes Fragezeichen steht dahinter?????????? Den Gänsen wünsche ich trotzdem viel Spaß beim „Adventskalender“ und Guten Appetit.

  2. Ursula sagt:

    Ich habe mich schon als Kind instinktiv ge-
    weigert, Fleisch zu essen. Ich erinnere
    mich sehr genau daran, daß ich einmal
    genötigt wurde, Weihnachten ein Stück Gans zu
    essen. Das hat dazu geführt, daß mir übel
    wurde, ich mich übergeben mußte. Eigentlich
    eine normale Abwehrreaktion des Körpers auf
    den Konsum von Leichenteilen.
    So frage ich mich schon immer, wie die
    Menschen, besonders auch solche, die sich
    für feinfühlig halten, es fertig bringen,
    über Tierleichen zu gehen, Tiere zu essen…

    Ich wünsche allen Butenländern im Geiste
    schöne Weihnachten.

  3. Ute sagt:

    Fest der Liebe? My foot! Fest der Magenliebe wohl eher!
    In anderen Worten, die Grausamkeiten, die in verschiedenen Laendern als solche erkannt und ungesetzlich gemacht werden, bestehen weiter und werden einfach ins benachbarte Ausland ausgefuehrt und es aendert sich ueberhaupt nichts – ausser dass sich der Grad der Brutalitaet wahrscheinlich noch verschaerft…

    Fuer die, die es feiern – ein wunderschoenes Weihnachtsfest wuensche ich Euch! Und fuer die Anderen – ein ebenso schoenes verlaengertes Wochenende!
    Aber ein ganz besonders superriesengrosses „D A N K E “ an Karin, Jan, Jens und Indira – Weihnachten oder nicht, Euer Arbeitspensum bleibt natuerlich dasselbe wie an anderen Tagen, waehrend die meisten von uns die Fuesse hochlegen koennen. Wuensche Euch die Chance, vielleicht auch ein bisschen Zeit dafuer zu finden!

  4. Christine sagt:

    Die armen Tiere – Mensch, vegan leben ist doch easy und damit rettet man Leben – jedes Tier hat genauso das Recht auf Freude und Glück wie wir.
    Gott sei Dank sind die zwei Süßen auf Butenland in Sicherheit und schaun so zufrieden und lieb aus. Genau so soll es doch auch sein – hängt die Schnäbel rein Ihr Lieben ins festliche Weihnachtskörbchen!

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