Denn Tiere sind keine Maschinen

Eierskandal – Same procedure as every year

von Admin, am 03.08.2017.

Hat schon jeder den aktuellen Eierskandal mitbekommen? Oder interessiert das gar nicht mehr, weil es von der Menge her einfach zu unübersichtlich wird? Der Autor dieser Zeilen hat sich gerade mal den Spaß gemacht und einfach bei Google „Eierskandal Historie“ eingegeben. Diese Historie ist lückenlos, denn es gibt Einträge aus jedem Jahr, von 2017 bis runter nach 2010, danach wurde die Suche abgebrochen. Wenn man sie über Seite 3 hinausverfolgt, gibt es bestimmt auch ältere Einträge.

Das ist wieder eine der Stellen, an der wir die Verbraucher nicht mehr verstehen. Wie kann man sich jedes Jahr, wenn nicht jedes Quartal, über einen Eier- oder Fleischskandal aufregen, ohne Konsequenzen zu ziehen? Wie wichtig ist einem die eigene Gesundheit, wenn man sich sein Gift nach der Diagnose einfach aus einer anderen Quelle holt und beruhigt weiterverspachtelt? Wie glaubhaft ist es, wenn man dann ein paar Monate später aus allen Wolken fällt, wenn es auch im neuen Schnabulierhimmel entdeckt wird?

Beim aktuellen Skandal weitet sich das Ganze gerade aus, wie eigentlich immer. Erst waren diesmal nur holländische Eier betroffen, jetzt wurden auch schon die ersten niedersächsischen Betriebe entdeckt, überhaupt wurden die Eier deutschlandweit gehandelt und tauchen jetzt quasi überall auf. Was auch logisch ist, denn der Auslöser ist mal wieder ein Insektizid, und das Zeug wird ja nie nur exklusiv von einem einzelnen Bauern benutzt. Sogar die Bio-Bauern werden wieder wie schon sooft betroffen sein, einfach weil die Biorichtlinien schon durch bestimmtes Futter und lächerliche Verbesserungen in der Haltung erreicht werden können, aber trotzdem bestimmte Desinfektions- und Schutzmittel ohne Weiteres erlauben.

Jetzt gehen auch wieder die üblichen Versprechungen der Politik los, in denen eine Nulltoleranz gegenüber Giften gefordert wird. Und wie immer wird es bei diesen Forderungen bleiben, denn umsetzen kann (und will) das niemand. Das beweist schon allein die Tatsache, dass diese Phrasen nach jedem Skandal aufkommen, ohne dass dadurch auch nur ein Folgeskandal verhindert wurde.

Unser Tagesbild zeigt Merle bei ihrer Ankunft im Februar 2014, (verstorben im Juli 2016), ironischerweise stammte sie sogar aus einem Vorzeige-Biobetrieb, nur eben aus den Ecken, die nicht so gerne vorgezeigt werden. Uns ist es schleierhaft, wieso Bilder von dermaßen gerupften Hühnern den Verbraucher nicht schon zur Einsicht bringen, und wie sie von ihm verdrängt werden können. Aber wahrscheinlich ist das eine seiner leichtesten Übungen, denn der Mehrheit dieser Menschen sind ja sogar die eigene Gesundheit und die ihrer Kinder egal. Hauptsache es gibt Spiegeleier und man kann sich die Dinger sogar in die Nudeln panschen. Weils halt so lecker ist.

Also konsumiert man weiter, als würde es keine Alternative geben und ist dabei sogar stolz darauf, dass man sich nicht „verrückt“ machen lässt. Dass die eigentliche Verrücktheit darin besteht, kontaminierte, giftige Nahrung bewusst zu sich zu nehmen, weil es andere auch machen und man es angeblich „sowieso nicht verhindern kann“, haben die meisten dabei gar nicht auf den Schirm. Und tatsächlich wäre es auch egal, welche Art von langfristig angelegten Suizid das Individuum für sich wählt, wenn nur nicht so viele Tiere unschuldig darunter zu leiden hätten.


Kategorie: Allgemein

6 Antworten zu “Eierskandal – Same procedure as every year”

  1. margitta sagt:

    na klar konsumiert man/frau weiter, solange die welt nicht untergeht.

  2. margitta sagt:

    das foto erinnert mich an die hungernden und verfolgten, die immer noch hungern und verfolgt werden.

  3. Ute sagt:

    So viel total berechtigter und greifbarer Zorn in dem Artikel, der von uns allen mitgefuehlt und unterschrieben werden sollte!!
    Aber ich fuerchte auch, wie immer, es wird der Fall sein, dass man mit seinem Kopf an eine Mauer rennt (? – to hit one’s head against a brick wall) – am Ende ist der Schmerz nur unserer. Und der der Huehner. Die Verantwortlichen (individuelle Menschen und Aemter) sprechen nur die „richtigen“ Worte, aber haben keine Emotionen und kein wirkliches Bewusstsein der Verantwortung und sie wissen ja auch, wie in Jens’s Beitrag ausgesprochen, dass sich die Sache wie gewohnt verblaest… Und – na ja: „nach mir die Sintflut“…
    Komischerweise habe ich fuer etwa fuenfundzwanzig Jahre veganischer Essweise Eier sehr vermisst, dann tauchte letztes Jahr ploetzlich „veganegg“ auf, ich kaufte es mit Riesenfreude und finde jetzt heraus, dass ich’s garnicht brauche….

  4. Ute sagt:

    Gerade erhalten: die heutige Email von „One Green Planet“ zeigt den gestrigen Film von Jule und Karin (unter dem Titel “ You have to see this precious video of a cow cuddling like a puppy!“ – ihr muesst dieses kostbare Video einer Kuh, die wie ein Huendchen schmust, sehen). Schoen, dass Hof Butenland international gezeigt wird! Jule wird zwar als „er“ bezeichnet, aber da auch ein Link zu Butenland gegeben wird, kann man da ja nachsichtig sein! 🙂

  5. Monika Hoffmann-Kühnel sagt:

    Wen wundert’s, dass Menschen angesichts der Flut von Skandalen und Horrornachrichten auf Durchzug schalten und verdrängen, was das Zeug hält…nein, das ist keine Entschuldigung, und ja, es ist allerhöchste Zeit, den eigenen Lebensstil zu ändern. Aber das wird dauerhaft nur eine Minderheit schaffen. Und die Zeit arbeitet nicht gerade für uns: der z. Bsp. in Deutschland leicht sinkende Fleischkonsum wird zigfach etwa in Asien wieder wettgemacht. Ich weiß nicht, ob es ein Trost ist, aber das Anthropozän wird das mit Abstand kürzeste Erdzeitalter werden…

  6. Gabriele sagt:

    Schaut Euch nur dieses arme geschundene Tier an, da hab ich mit den Menschen kein Mitleid, die Eier essen wollen. Sollen sie die doch essen und danach gern so aussehen wie diese arme Kreatur. Sorry, daß ich so zynisch bin, da kommt mir einfach die Wut hoch.

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