Denn Tiere sind keine Maschinen

Pickpickpedia

von Admin, am 15.05.2017.

Hühner begreifen, dass vor ihnen versteckte Gegenstände noch existieren, eine Fähigkeit, an der menschliche Kleinkinder noch scheitern. Sie können bis zu 50 Artgenossen erkennen und haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Testreihen mit frisch geschlüpften Küken haben ergeben, dass diese Tiere große von kleinen Mengen unterscheiden können und über eine grobe Zusammenrechnungsfähigkeit verfügen. Beim Zählen gehen sie genau wie der Mensch von links nach rechts vor.

Diese Tiere verfügen über eine eigene Sprache, die fast 40 Laute und unzählige visuelle Signale umfasst. Sie können Artgenossen über Gefahren, Futterquellen und andere Dinge informieren, dabei unterscheiden sich die Laute sogar innerhalb des Bereichs, je nachdem ob ein Regenwurm oder Getreide gefunden wurde, oder ob sich ein Feind aus der Luft oder vom Boden her nähert.

In den Hahnenkämpfen legen die Herren untereinander die Rangordnung fest, das hält unterlegene Hähne aber nicht davon ab, fortan trotzdem um die Damen zu werben. Nur verzichten sie bei ihrer Kontaktaufnahme fortan auf die charakteristischen „Dok-dok“-Laute, um den Alpha-Hahn nicht auf den Plan zu rufen.

Hühner verfügen sogar über Mitgefühl, gerade für ihre Kinder. In Forschungen wurde gefiederten Müttern gezeigt, wie ein Windstoß ihre Küken aufschreckte, und sofort entwickelten sie ähnliche Stresssymptome wie ihre Schutzbefohlenen. So wurde festgestellt, dass Hühner den Standpunkt von Artgenossen einnehmen können, eine Fähigkeit, die sie sich mit den Primaten teilen.

Und wie man auf dem Bild sieht, machen sie auch sehr gerne Hausbesuche und schauen bei menschlichen Freunden öfter auf das eine oder andere Korn vorbei. Und da wir das nie in flüssiger Form kredenzen, arten diese Besuche auch nie aus und sind grundsätzlich angenehm. Was für tolle Tiere …

Foto: Pavarotti beim morgendlichen Haustürständchen


Kategorie: Allgemein

7 Antworten zu “Pickpickpedia”

  1. Rielle sagt:

    Vielen Dank für diese Informationen. Das meiste davon wußte ich noch nicht. Ich mochte Hühner schon immer, aber jetzt sehe ich sie mit anderen Augen.

  2. Ellen sagt:

    Schön, dass ihr uns immer mit den Hintergrundinformationen versorgt – es ist sehr interessant und informativ. Herr Pavarotti entwickelt sich prächtig und ist anscheinend voll im Hofleben integriert.

  3. Ute sagt:

    Haehne sind auch richtige Kavaliere; wenn sie Essen finden, rufen sie ihre Huehner und geben den Damen dann den Vortritt beim Futtern. Aber die „Schlawiner“ machen auch Gebrauch von ihrem „kommt-ich-hab-euch-was-zu-essen-gefunden“-Ruf, wenn sie die Ladies einfach aus den Augen verloren haben und wenn dann alle angerannt kommen, ist der Teller zwar leer, aber der Hahn weiss, wo seine Frauen sind. (Und schaemt sich wahrscheinlich noch nicht einmal 🙂 !
    Als ich ’77 oder ’78 Vegetarier wurde, hab‘ ich munter weiterhin „glueckliche“ Eier gegessen. Es hat dreizehn oder vierzehn lange Jahre gedauert, bis ich realisierte, dass die vegetarische Ernaehrungsweise der omnivoren an Grausamkeit kaum nachsteht. So – ich schulde Huehnern (und Haehnen) eine grosse Bitte um Vergebung! All das Leiden, das ich, ohne darueber nachzudenken, unterstuetzt habe… Das ist bitter!

  4. iski sagt:

    Danke für diese interessanten Infos und den wieder einmal gelungenen Text (das mit dem flüssigen Korn habe ich erst nach kurzem Nachdenken kapiert :-))

  5. Dagmar sagt:

    Danke für diese interessante Information.
    Dass Vögel miteinander „reden“ hab ich schon mitbekommen.
    Ich arbeite in einem Eulenprojekt mit wilden Schleiereulen. Es ist enorm, wie viele verschiedene „Worte“ Vögel haben.
    Ja, früher, ganz früher, hatte ich mit meiner Schwiegermutter zusammen einen Hühnerhof. Ich habe lange Stunden neben der Glucke gesessen und mich mit ihr unterhalten. Hab immer versucht, diese Töne nachzumachen.
    Ich glaub, ich weiß, was die Glucke von mir dachte, aber ich durfte ihr unter den Bauch langen. Erst die Eier, dann die Küken.
    Das war ein großer Vertrauensbeweis.
    Es fiel mir schwer, sie zurück zu lassen, als ich weg gezogen bin.

  6. Christine sagt:

    So ein zutraulicher, schöner Gockel – Hr. Pavarotti fühlt sich sichtlich wohl. Hühner sind auch zu Menschen – wie Dagmar schreibt – denen sie vertrauen, einfach unglaublich liebevoll. Meine goldbraune Henne (etwas helleres Gefieder als Elvira) war ebenso anhänglich wie eine Katze oder ein Hund. Sie begleitete mich überallhin + ließ sich auch gern streicheln. Einfach total klug + lieb!

  7. Heike sagt:

    Ja, auch von mir vielen Dank für die sehr interessanten Informationen! Man sieht die Tiere dann nocheinmal aus anderen Augen. Wirklich toll!

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