Denn Tiere sind keine Maschinen

Muhpedia

von Admin, am 24.05.2017.

Das ist Antons Nase. Die meisten Menschen ahnen wahrscheinlich nicht, was die Nase von Rindern vor anno tuck für ein Hoffnungsträger war, als es darum ging, den Rindern das Stechen von Ohrmarken zu ersparen. Bereits 1999 präsentierten Berliner Forscher nämlich ein Gerät, das Rinder anhand ihres Nasenabdrucks erkennen und unterscheiden kann. Dieses Riechorgan hat Strukturen, die es bei Rindern ähnlich unverwechselbar machen wie ein Fingerabdruck beim Menschen. Dementsprechend gut ist die Idee damals auch angelaufen. Die Labortests verliefen reibungslos, die Bildverarbeitungssoftware erkannte die eingescannten Abdrücke verschiedener Kühe zuverlässig, Fördermittel flossen, sogar die Industrie zeigte Interesse und machte sich bereit, ihre diverse Geldbörsen zu öffnen.

Dann scheiterte das Projekt aber doch, weil die Untersuchungen nur tadellos bei neugeborenen Kälbern klappte, ältere Rinder sich aber hin und wieder bockig bei der Herstellung des Abdrucks zeigten. So wurde im letzten Moment alles wieder auf Null gesetzt und Rindern durften zur Identifikation weiterhin Wunden in den Ohren beigebracht werden. Dabei wurde ignoriert, dass das System mit den Ohrmarken längst nicht so fälschungssicher war und ist wie ein unverwechselbarer Nasenabdruck. Natürlich zeigte sich auch kein Verantwortlicher bereit, das System langsam anlaufen zu lassen und es wenigstens bei Neugeborenen verbindlich zu machen, so dass die Ohrmarken im Laufe der Zeit ad acta gelegt werden könnten.

So müssen schmerzempfindliche Lebewesen zur Kennzeichnung weiterhin drangsaliert werden.


Kategorie: Allgemein

8 Antworten zu “Muhpedia”

  1. wolfgang sagt:

    Viel schlimmer noch als die fürchterlichen Schmerzen für unsere Mitlebewesen ist die entwürdigende Brandmakung, Kennzeichnung und Diskriminierung!
    Indoktrinieren doch diese Ohrmarken lebendige und gleichwertige Lebewesen zu Fleischlieferanten und zu auszubeutenden Milchlieferanten zu scheinbar rechtlosen Lebewesen.
    Nur weil ein Lebewesen einer anderen Rasse oder Art angehört hat der Mensch nicht das Recht dazu dieses zu dikriminieren, auszubeuten oder zu quälen, geschweige denn noch gar zu schlachten!

  2. Monika sagt:

    Wieder etwas dazugelernt – schade, daß so etwas totgeschwiegen wird..

  3. Ines sagt:

    Ja, wen wundert diese Entscheidung?! Sie wurde ja schließlich von Menschen getroffen.

  4. Inga sagt:

    Eigentlich wollte ich nur Wolfgang vorbehaltlos zustimmen. Dann kam ich ins Grübeln, ob der Nasenabdruck auch irgendwie würdevoller wäre, obgleich er nur die Qual der Verwundung verhindern und nichts an der Rechtlosigkeit ändern würde. Vielleicht würde er deutlicher machen als die Zahl auf Plastik, dass es um ein einmaliges, unwiederbringliches Lebewesen geht.

    Vielen Dank für die Info, ich liebe die Muhpedia wie so vieles von Butenland.

  5. Christine sagt:

    Schlimm ist das.
    Der einzige feste Anker ist da einfach Butenland, wo es allen geretteten Tieren gut geht, sie leben dürfen, wie sie möchten, Ihnen Zuneigung, Fürsorge + Respekt entgegengebracht wird.

  6. Petra Frank sagt:

    Vielleicht hätte man mit Bestechung in Form von Äpfeln und Karotten bei den älteren Rinder arbeiten sollen.
    Bei Leckereien wären auch diese kooperativ gewesen. Dessen bin ich ganz sicher.

  7. Weshalb reichen keine Mikrochips?

  8. Ute sagt:

    Guten Morgen, Ingeborch! Kann Dir hier vielleicht etwas Information weitergeben, die ein Tierarzt mir ‚mal mitgeteilt hat. Es scheint, Mikrochips sind nicht immer garantiert lesbar und koennen unter Umstaenden (selten, aber immerhin) von der urspruenglichen Implantationsstelle wandern, manchmal nur Zentimeter, manchmal weitere Distanzen. Da diese Metallstuecke wohl entfernt werden muessen, bevor die Tieropfer zum Menschenverzehr freigegeben werden, wird das einen Zeitaufwand bedeuten und das ist den Menschen wohl nicht „zumutbar“ (und das ist bissig – und bitter – gemeint). Es ist vielleicht auch billiger, diese besitzergreifenden, versklavenden Ohrenmarken zu verwenden, ein Chip kostet zwischen zwanzig und vierzig Euro. Und was ist schon Schmerz, den man nicht selbst ertragen muss, wenn’s auch schneller und vor allem billiger geht? Und ausserdem, wurde das nicht „immer schon so gemacht“? Umdenken ist viel zu beschwerlich…. 🙁

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