Denn Tiere sind keine Maschinen

Die Umarmung eines Freundes

von Admin, am 14.04.2017.

Wie viel Unrecht kann die Umarmung eines Freundes wieder gutmachen.

Jean-Jacques Rousseau


Kategorie: Allgemein

9 Antworten zu “Die Umarmung eines Freundes”

  1. Steffi sagt:

    Wenn ich Emily so sehe, in inniger Verbundenheit hier zB mit Paul, und gerade jetzt bei ihrem bevorstehenden Abschied, dann muss ich verstärkt an ein Erlebnis denken, das zu meinen lebensverändernden Highlights gehört. Darf ich das hier mal teilen? Vllt mag es der eine oder die andere lesen. (Sorry Admin für Überlänge, bitte notfalls löschen)

    Von Tieren und Abschieden.
    Für Emily. Und für alle, die Lust haben es zu lesen. Und für den für immer unvergessenen Nero.

    Damals, irgendwann ab Ende der 80er, verbrachte ich mit meinem Freund im Winter die Urlaube in einem kleinen Dorf in Österreich. Der Hund der Gastgeber liebte es, mit den Gästen hier und da Gassi zu gehen. Wir verbrachten quasi die ganze Zeit mit ihm, nach dem Frühstück zogen wir los und kamen oft abends erst zurück. Die gemeinsame Zeit war so schon ein Erlebnis, wir lernten, dass es besser war die Karte einzuklappen und –bei unserem flachlandnorddeutschen Orientierungssinn- dem Hund zu folgen. Er schaffte es, uns, durch Wiesen und Wälder und tiefen Schnee, immer pünktlich zum Essen nach Hause zu bringen. Später, als uns die Sehnsucht auch im Sommer hintrieb, beschützte er uns durch lautes Bellen davor an falschen Stellen in den See zu steigen (Schlicksand!). So gäbe es schon einige fast unglaubliche Geschichten zu berichten.

    Der Hammer aber kam zum Schluss:
    Die Gästezimmer oben im Haus waren für den Hund tabu, und er hielt sich auch daran. Bis auf eine Ausnahme: immer am Vortag unserer Abreise, und ich meine wirklich i m m e r (!) , schlich er sich sehr früh morgens hoch, öffnete unsere Tür (ein leichtes für ihn), kam an unser Bett, legte seinen Kopf auf einen Arm und fing an zu winseln. Nach einigen Minuten wechselte er die Bettseite.
    Er blieb etwa ½-1 Stunde bei uns und winselte und weinte mit uns. Dann machte er abrupt kehrt, lief wieder nach unten und legte sich unter die Küchenbank. Alles Überreden half nichts, er weigerte sich rauszukommen. Anfangs machten sich alle große Sorgen, und es gab viele Telefonate. Er blieb ein paar Tage, vielleicht 5 Tage, dort liegen und erledigte nur notwendige Geschäfte. Dann, eines Morgens, stand er auf und ging weiter seinen Hobbys nach, fraß, und wollte wieder Gassi gehen.
    Dies war nicht nur irgendein Tier. Dieser unglaubliche Hund hatte einen Plan. Sein Plan war es, uns seine Gegend zu zeigen, eine schöne Zeit zu haben und uns sicher zurück zu bringen. Zu seinem Plan gehörte es, sich gebührend zu verabschieden und eine kleine „Trauerphase“ zu halten. Und auch, diese Trauerphase zu beenden und weiter zu leben.

    Was mich heute noch wundert: obwohl wir uns nicht verdächtig verhielten –wir packten nicht vorzeitig die Koffer und es lagen keine verdächten Reisetickets o.ä. im Zimmer herum- wusste er immer (!) genau wann wir abreisten.
    Überflüssig zu erwähnen, dass diese Begegnungen, die sich jahrelang wiederholten, zu den tränenreichsten überhaupt gehörten, sowohl Freuden- als auch verzweifelte Abschiedstränen.

    Ich weiß, dies ist noch nicht mal ansatzweise mit den Erlebnissen der Butenländer vergleichbar.
    Doch jeder, der eine ähnliche Begegnung hatte, wird niemals Zweifel daran hegen, dass es sich bei unseren Mitgeschöpfen um kluge, mitfühlende, denkende, fantastische Wesen handelt, die unseren Respekt verdienen. Freundschaften mit Tieren sind etwas Wundervolles.

    Tja, ich frage mich also was vor Emilys Zimmertür dieser Tage so los ist….
    Alles Gute für dich Emily, ich wünsche dir viele neue schöne Begegnungen und ebenso schöne Wiedersehensfreuden mit deinen Butenländern.

  2. Admin Admin sagt:

    Es würde mir im Traum nicht einfallen, so eine tolle Geschichte zu löschen. 🙂

  3. Sandra & Christoph sagt:

    Liebe Steffi, eine sehr schöne gefühlvolle Geschichte,die ich gerne gelesen habe.

  4. Ute sagt:

    …und ein klitzekleiner Lichtblick fuer diese, in Steffis Worten,“kluge, mitfuehlende, denkende, fantastische Wesen“: Taiwan hat das Essen von Hunde- und Katzenfleisch jetzt gesetzlich verboten! Und hat einige Geld- und Gefaengnisstrafen fuer dessen Verzehr und verschiedene andere gegen Tiere veruebte Grausamkeiten eingefuehrt. (Wie schon oefter – diese Information kommt von „One Green Planet“). Steffi, ich glaube Du wirst mich verstehen wenn ich sage, dass die Liebe und Treue, die ich von Hunden (und Katzen) erfahren habe, mich oftmals so beruehrten und ergriffen, dass es mich physisch geschmerzt hat…..

  5. Inga sagt:

    Liebe Steffi, danke schön für diese Geschichte.

    Emily wird sehr vermisst werden, von den Butenländern und auch von denen, die zuschauen durften.

  6. Doro sagt:

    Wunderschöne Geschichte, danke, Steffi.
    Allerdings bin ich in einem Punkt anderer Auffassung…da war kein Plan sondern Liebe.

  7. Steffi sagt:

    🙂 Dank an alle.

    Liebe Doro, ich weiß nicht was ich sagen soll, aber bei deiner Anmerkung kamen mir die Tränen (im sehr positiven Sinne, in schöner Erinnerung). Danke.

    Liebe Ute,
    die Gräueltaten bzgl. des Essens von Hunden, vor allem im Hinblick auf Haltung und Schlachtung, gehören zu den schlimmsten, widerwärtigsten, von denen ich gehört habe (u.a. neben denen, die in illegalen indischen Hinterhof-Schlachthäusern verübt werden). Egal wie pervers, der Mensch setzt noch immer einen drauf. Danke für deinen Hinweis, bleibt zu hoffen, dass dies dann auch umgesetzt wird.
    Ein klitzekleiner Lichtblick, das stimmt.

    Und ja, was deinen letzten Satz angeht: da bin ich ganz bei dir!

    Ich glaube alle hier sind erleichtert mit Butenland ein Vorbild gefunden zu haben wie es sei kann und überall sein sollte.

  8. Gabriele sagt:

    @Steffi: Liebe Steffi, ich hoffe, daß Du meinen verspäteten Kommentar vielleicht noch lesen wirst. Als ich Deine Geschichte las war es, als lese ich meine Urlaubserlebnisse. Warst Du vielleicht in Erlsbach und hieß dieser besagte Hund Asso und war ein Collie? Denn ganz genau dasselbe habe ich auch mit meinem Freund bei unseren Aufenthalten in Erlsbach erlebt. Zu unserer sehr traurigen Erinnerung kommt noch hinzu, daß uns dieser Hund der Pensionsbesitzer bei unserer Abfahrt Richtung Heimat auch noch unserem Auto hinterherlief. Das zerriss uns das Herz und wir haben sogar überlegt ihn mit nach Hamburg zu nehmen. Aber, ein Collie, der es bisher gewohnt war frei in den österreichischen Bergen herumzulaufen, eingesperrt in einer Wohnung in der lauten, stinkenden Großstadt. Lieber nicht. Diese Urlaubserinnerungen sind inzwischen zwanzig Jahre her und noch heute sprechen mein Freund und ich über den Hund Asso, der so einen tiefen, liebevollen Eindruck in unseren Herzen hinterlassen hat. Wir sprechen oft darüber, nochmal dort Urlaub zu machen aber, eine wichtige Person würde uns sehr fehlen, nämlich der schöne Asso.

  9. Gabriele sagt:

    Emily wird Paul sehr vermissen.
    Paul wird Emily sehr vermissen.
    Vielleicht kommt Emily trotzdem oft nach Butenland, um wieder mit ihrem süßen Paul zu kuscheln. Dann werden sich beide in die „Arme“ fallen und einfach nur glücklich sein.

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