Denn Tiere sind keine Maschinen

Entdeckt Pippilotta

von Admin, am 07.01.2017.

„Als wir den aktuellsten Butenländer Neuzugang auf den Namen „Pippi Lotta“ getauft haben, war das eigentlich als „Pippi Langstrumpf“-Referenz gedacht. Wer sollte auch ahnen, dass wir damit aus einer ganz anderen Perspektive den Nagel auf den Kopf getroffen haben? Die Dame von Mallorca hat nämlich schon einiges hinter sich, von endlos langer Zwingerhaltung bis über die Tötungsstation musste sie in ihren 11 Lebensjahren schon viel Schlimmes erlebt, und irgendwann hat sie dabei ein weiser Hundekumpel mit der Macht des Urins vertraut gemacht, die sie inzwischen aus dem Effeff beherrscht und sehr ausgiebig einsetzt.

Das fängt damit an, dass sie in alle erreichbaren Futternäpfe pinkelt, weil man ohne diese recht gewöhnungsbedürftige Besitzerklärung gerade als kleiner Hund bei Massenfütterungen oft mit knurrenden Magen ins Bett gehen muss. Hier auf Butenland sind wir deswegen auf Einzelfütterungen in separaten Räumen umgestiegen, in der Hoffnung, dass Pippi Lotta schnell merkt, dass sie hier nicht mehr um ihren Anteil kämpfen muss.

Fast noch dringender drücken wir uns selbst die Daumen, dass sie recht zeitnah versteht, dass ihr hier die Welt sowieso gehört und sie diese selbstverständlichen Eigentumsverhältnisse nicht noch mit Akkordmarkierungen unterstreichen muss. Ein Lob geht dabei an unsere anderen Hunde, die sich bisher davon nicht anstecken liessen. Dass das nicht selbstverständlich ist, haben wir erst kürzlich bei einem vierbeinigen Besuch gemerkt, der die Herausforderung angenommen und mit Pippi Lotta intern um einen imaginären goldenen Harnpokal gekämpft hat. Wir können leider abschließend nicht sagen, wer genau gewonnen hat, die Zeitspanne ist auf jeden Fall als „Das gelbe Wochenende“ oder „Tage des Wischeimers“ in die Butenland-Annalen eingegangen.

Das Ärgerlichste ist aber, dass man dem Süß/Niedlich/ Pinschergirl nie länger als 1 1/2 Sekunden böse sein kann, denn sie ist ein leidenschaftlicher Schossmagnet, der rund um die Uhr schmusen möchte und das auch sehr beharrlich einfordert, sobald erstmal Vertrauen da ist. Mit den anderen Butenländern versteht sie sich ebenfalls blendend, wie man auch auf dem Foto sieht. Das Bild ist zwar an einem Tag mit Unwetter-Glätte-Warnung entstanden, aber die beiden kuscheln öfter zusammen, sie schleimt sich also nicht nur beim Hofeisbären ein. Kurzum; Pippi Lotta ist eine Traumhündin mit leider sehr traurigem Lebensweg, die sich das Ankommen im persönlichen Glück wirklich mehr als verdient hat. Und wenn wir ihr diesen Text vorlesen, verdienen wir uns dadurch ja vielleicht auch mal zumindest eine längere Pinkelpause, wer weiß?“

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Kategorie: Arbeit,Hunde

5 Antworten zu “Entdeckt Pippilotta”

  1. Sigrid sagt:

    Kein Wunder kuschelt Pippilotta gerne mit Pino und versteckt sich in seinem dichten Pelz: er ist ein Fels in der Brandung und gibt volle Rückendeckung! Ach ja, diese schlimmen Jahre lassen sich nicht von heute auf morgen abstreifen, doch hoffe ich für sie und euch, daß die süße Kleine sich ihres Napfes und des Territoriums immer sicherer wird und ihre Markierungen seltener. 🙂

  2. Ute sagt:

    Oh dear! Been there too – one of my dogs took precisely 365 days to get the message. The first anniversary of her rescue brought with it the first time she relieved herself outside, never to use the inside of the house for that purpose again. Pippilotta will make life easier for you – eventually! All good things come to those who wait….
    Oje! Das klingt bekannt – eine meiner Huendinnen brauchte genau 365 Tage um die Sache zu verstehen. Der erste Jahrestag ihrer Rettung brachte das erste Mal mit sich zu dem sie sich ausserhalb des Hauses erleichterte, um dann nie wieder das Innere des Hauses zweckentfremdend zu benutzen. Pippilotta wird Euer Leben einfacher machen -allmaehlich! Gut Ding will Weile haben(?) 🙂

  3. Inga sagt:

    Tapfere kleine Heldin ungezählter schrecklicher Abenteuer, Du bist zu Hause, lass Dich lieben und beschützen und spar Dir die Munition für einen besonders schönen Baum da draußen.

  4. Doro sagt:

    Diese Situation wäre eine ziemliche Herausforderung für mich, allerdings gibts bei mir auch nicht die Gegebenheiten eines Bauernhofes, wo ja doch erheblich lockerer mit tierischem In and Output umgegangen wird. Karin und Jan, ihr nehmt es offenbar mit Humor und Geduld, das ist wunderbar und macht den Weg frei, dass die seelischen Wunden der kleinen Pippi Lotta heilen können.
    Der Text zu diesem berührenden Bild ist jedenfalls ein Kracher, der „goldene Harnpokal“ schiesst ja wohl den Vogel ab! Das „gelbe Wochenende“ setzt nochmal einen drauf, danke für den wiehernden Tagesbeginn!!!

  5. Christine sagt:

    Das kann dauern – Pippilotta, Du hast endlich mal Glück und bist bei geduldigen, Dich von Anfang an liebenden Menschen gelandet. Schau Dir viel von Pinobär und Pumba ab – irgendwann wirst Du verstehen können, dass genügend für alle da ist, Du süße Kleine ♡.

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