Denn Tiere sind keine Maschinen

Wie kommt eine Kuh ins Kuhaltersheim – Hof Butenland?

von Admin, am 30.07.2014.

klara veränderung

Da wir immer wieder gefragt werden, was alles nötig ist, damit eine Kuh bei uns einziehen kann, fassen wir an dieser Stelle einmal zusammen, wie eine solche Aufnahme vonstatten geht:

Vorausgeschickt sei, dass uns täglich Anfragen erreichen, ob wir Tiere aufnehmen können. In vielen Fällen müssen wir hier leider absagen. Das ist nicht böse oder persönlich gemeint, wir müssen nur einfach sehr genau überlegen, ob unsere Kapazitäten (personell & finanziell) ausreichen.
Als Kuhaltersheim liegt uns besonders daran, Kühe vor dem sicheren Tod im Schlachthaus zu bewahren, die bereits einen längeren Leidensweg hinter sich haben. Daher lehnen wir Anfragen zu Kälbern ab, sofern hier nicht (für uns selbstverständlich) auch die Mutter mit befreit werden kann/soll.

Vor der Aufnahme benötigen wir neben aktuellen Fotos folgende Informationen: die Vorgeschichte der Kuh, ihr Alter, die Anzahl der Geburten, ihren Gesundheitszustand (liegen akute/chronische Erkrankungen vor, liegen andere körperliche Beeinträchtigungen vor, wurde sie misshandelt?), ihre bisherige Haltung (Anbindung, Weidegang, Boxenlaufstall…) und alles Weitere, was wichtig ist für den Umgang mit ihr (z.B. ob sie auf bestimmte Dinge oder Personen panisch oder ängstlich reagiert etc.).

Wenn wir der Aufnahme eines Tieres zugestimmt haben, müssen zwingend notwendig die folgenden Unterlagen beschafft und uns zugesandt werden:

– BHV-Bluttest (Ergebnis muss negativ lauten)
– amtstierärztliche Bescheinigung

Erst, wenn die Papiere bei uns auf dem Schreibtisch liegen, können wir ein definitives OK für die Aufnahme geben. Hiervon gibt es keine Ausnahmen und hierüber kann nicht verhandelt werden, da wir an die gesetzlichen Bestimmungen gebunden sind.

Bevor diese Nachweise und Bescheinigungen nicht erbracht sind, helfen auch Nachfragen bei uns nichts und wir werden den Neuankömmling auch erst dann öffentlich ankündigen, wenn die nötigen Papiere vorliegen.

Den Transport zu uns erledigt ein Transporteur für uns, mit dem wir bereits seit mehreren Jahren zusammenarbeiten, der die Tiere freundlich behandelt und ihnen Stress so weit irgend möglich erspart. Wir akzeptieren keine anderen Transporte (der Transport mit einem Pferdeanhänger etwa ist gesetzlich nicht erlaubt), schon gar keinen EU-Transporter, der die Tiere von mehreren Stationen einsammelt und zwischendurch womöglich noch einen Abstecher beim Schlachthof macht. Neben dem Stress und der Ungewissheit, ob das für uns bestimmte Tier auf der Reise überhaupt mit Futter und Wasser versorgt wird, halten wir dies schlicht für ethisch indiskutabel.

Wir versuchen, in der Anfangszeit vermehrt über Neuankömmlinge, ihr Sich-Einleben und ihre Entwicklung zu berichten, können dies aber nicht jeden Tag tun.
Da die wirklichen Kosten erst nach dem Einzug ins Kuhaltersheim entstehen, freuen sich alle unsere Tiere über Patenschaften. Portraits unserer Tiere findet man auf unserer Homepage: http://www.stiftung-fuer-tierschutz.de/tiere.html (zum Online-Patenschaftsformular: http://www.stiftung-fuer-tierschutz.de/formular_patenschaft.html). Wer spezielle Fragen zu seinem Patentier hat, kann uns gern eine E-Mail senden, wir schaffen es allerdings wegen des großen Arbeitsaufkommens auf dem Hof nicht immer, hier zeitnah zu antworten.

Foto: Klara,12 Jahre alt, rechts vor Aufnahme und heute.


Kategorie: Arbeit,Aufklärung,Kuhaltersheim,Kühe,Rinder

5 Antworten zu “Wie kommt eine Kuh ins Kuhaltersheim – Hof Butenland?”

  1. wolfgang sagt:

    Ich freue mich so für Klara!

    DANKE das es EUCH gibt!

    Und DANKE allen UNTERSÜTZERN/INNEN!

    DANKE allen PATEN/INNEN!

    DANKE für EURE schwere ARBEIT!

  2. Gabi sagt:

    Ich kann mich Wolfgang nur uneingeschränkt anschließen.
    Etwas Besseres als Ihr und Euer Hof kann einem Tier nicht passieren.
    Danke!

  3. Luna sagt:

    Wunderbar ,wie schön Klara nun aussieht und wie gut es ihr geht.
    Habt Dank für alles.
    Kann mich ganz leichten Herzens Wolfgang anschliessen.

  4. Doris sagt:

    Vielleicht sollte Müller Milch mit dem Klara „Vorher“ Bild mal Werbung machen. Dann ging den Leuten auch mal auf, von welchen armen Kreaturen die Muhhhh-Milch kommt.

    Und dann sollten die Verantwortlichen eine angemessene Spende an Butenland abschicken.

  5. Cornelia sagt:

    Ich würde mir so sehr wünschen, dass die schwangere Kuh, der das Halfter in die Haut eingewachsen war, gemeinsam mit ihrem Kind aufgenommen werden kann.

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